26.10.-1.11.2011 Absolut gelungen: Faszination Pferd einmal anders

Supersport und tolle Shows bei der 18. Auflage des Consumenta-Reitturniers in Nürnberg

Sieben Tage Dressur- und Springsport in Top-Qualität, ein buntes Schauprogramm, zwei ausverkaufte Galaabende gespickt mit hippologischen Sensationen, Ponyfinales und U 21-Wettbewerbe sowie eine Messe mit über 60 Ausstellern rund ums Pferd nach sieben Tagen Mammutprogramm ist die 18. Auflage der Faszination Pferd in der Nürnberger Frankenhalle am Dienstagabend zu Ende gegangen. Die Fahrer und die Ponyreiter setzten am letzten Tag einen beeindruckenden Schlusspunkt hinter die Veranstaltung. Dabei zählte Turnierleiterin Jacqueline Schmieder allein in den sportlichen Prüfungen 171 Aktive aus zwölf Nationen, die auf 474 Pferden gestartet waren.


Insgesamt konnten die 150.000 Besucher der Consumenta, von denen wie immer auch ein Großteil den Weg zu den Pferden fand, 675 Starts verfolgen ein super Ergebnis, das die Beliebtheit dieser Veranstaltung sowohl bei den Teilnehmern als auch bei den Zuschauern zeigt. Wir haben heuer das sportliche Programm etwas umgestellt, haben es aber trotz des voll gesteckten Rahmens geschafft, alles planmäßig durchzuziehen, zog Jacqueline Schmieder am Ende Bilanz. Seit zwei Jahren ist die 64-jährige fränkische Powerfrau nun zuständig für die Faszination Pferd, als Vorsitzende der Landeskommission Bayern und Vizepräsidentin des Bayerischen Reit- und Fahrverbandes bringt sie beste Erfahrungen auf dem Gebiet des Pferdesports mit. Die gute Zusammenarbeit mit der veranstaltenden AFAG Messen und Ausstellungen GmbH habe ein Turnier höchster Qualität möglich gemacht. Wir haben Wettbewerbe auf Top-Niveau gesehen, dabei regionale und internationale Größen im Viereck und im Parcours bei uns gehabt, so Schmieder. So traten in Nürnberg unter anderem Olympiasieger Lars Nieberg, Europameister Markus Merschformann und die irische Erfolgsreiterin Jessica Kürten in den Springprüfungen an, im Dressurviereck stellten sich Uta Gräf und Dorothee Schneider der Konkurrenz. Sogar in beiden Disziplinen ging Vielseitigkeits-Weltmeister Michael Jung an den Start.

Star im Dressurviereck war auch heuer wieder unangefochten der schwarze Traumhengst Le Noir, mit dem sich seine Reiterin Uta Gräf bereits im letzten Jahr in die Herzen der Zuschauer geritten hatte. Mit leichter Hand lenkte die Rheinländerin den Deckhengst durchs Viereck, absolvierte Piaffen und Passagen vom Feinsten und glänzte mit einem Höhepunkt nach dem anderen. Drei Siege in der Großen Tour mit Grand Prix, Grand Prix Special und Kür waren der verdiente Lohn.

In der kleinen Tour, also S**-Dressur und Intermediaire I, setzte sich Dorothee Schneider aus Frankfurt, die mittlerweile zu Deutschlands besten Ausbilderinnen mit einem besonderen Händchen für junge Pferde zählt, an die Spitze. Mit ihrem Trakehner Polarzauber verwies sie die Konkurrenz in die Schranken. Aber auch Bayerns Dressurspezialisten konnten sich gut in Szene, so unter anderem Andrea John (München) mit Esperanto und Victoria Michalke (München) mit Pavarotti.

Springsport vom Feinsten stand am dritten Tag bei Faszination auf dem Programm. Und da setzten sich die weißblauen Aktiven gegen Elitereiter aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland durch. Gleich im ersten Springen der Klasse M** siegten Frankens Nachwuchsstar Nummer eins, Nicoletta Stein aus Heroldsberg. Die 21-jährige Berufsreiterin, die bereits ihre Ausbildung zum Pferdewirt abgeschlossen hat, holte sich mit Landro, dem ehemaligen Erfolgspferd ihrer Mutter, die goldene Schleife, gemeinsam mit Ralf Rückert aus Mitwitz, der Fellow gesattelt hatte. Spannend wurde es in einem Barrierenspringen der Klasse S*, am Ende nach dem dritten Stechen gelang Bernd Hofbauer vom RC Straubing mit der erst siebenjährigen Stute Lilli von Göbitz der Sieg.

Höhepunkt am Samstag war die vierte und letzte Qualifikation zum Bayernchampionat, dessen Finale am nächsten Wochenende im Rahmen der Munich Indoors ausgetragen wird. Dabei hatten die Parcoursbauer ein S**-Springen aufgebaut, das es in sich hatte. Von den 46 Startern gelang nur sieben Reitern eine Nullrunde, der Schnellste war am Ende Lars Nieberg (RV Wäldershausen). Mit seinem selbst gezogenen 10-jährigen Galippo legte der Olympiasieger einen tollen Auftritt hin und holte sich verdient den ersten Platz. Nur knapp geschlagen geben musste sich Mannschafts-Europameister Markus Merschformann aus Rosendahl mit Baloupetra. Für den Großen Preis der Consumenta am Sonntag, einem S***-Springen mit Stechen, hatten sich am Vortag 23 Topreiter qualifiziert. Nur vier schafften den Umlauf ohne Fehler in der Zeit und durften so ins Stechen. Und hier sorgte Nicoletta Stein für eine Sensation: Die erst 21-jährige Amazone aus Heroldsberg hatte Landro gesattelt, legte im Grundparcours schon eine perfekte Runde hin und behielt dann auch im Stechen die Nerven. Olympiasieger Lars Nieberg (Wäldershausen) blieb mit Balounito zwar ebenfalls fehlerfrei, brauchte aber rund drei Sekunden länger und ließ der jungen Amazone so den Vortritt.

Drei Spring-Wettbewerbe waren als U 21-Prüfungen ausgeschrieben. In den Prüfungen des Hindelang Cup, powered bei UVEX und sponsored by Thomas Sabo, präsentierte sich Bayerns bester Nachwuchs. Schon traditionell ist das Kostümspringen der Kl. M*. Vom Seeräuber über Pippi Langstrumpf bis hin zum Hippie war da alles geboten. Am Ende standen zwei Sieger fest: Sven Fehnl (RC Eltmann) mit Neliza und Nürnbergs Lokalmatadorin Franziska Stein mit Caipi S nahmen die beiden goldenen Schleifen mit nach Hause. Früh aufstehen musste am Samstag, wer in der zweiten U21-Cup Wertungsprüfung, einem M**-Springen, antreten wollte: Prüfungsbeginn war um 7.30 Uhr. Gewertet wurde in zwei Abteilungen: Schnellste und damit Siegerin in der ersten Gruppe wurde Alexandra Paul aus Altusried mit Castor, die zweite goldene Schleife holte sich Federico Formentini (RV Markt Schwaben) mit Win Chin B.

Spannend wurde es dann noch einmal, als mit einem S*-Springen mit Siegerrunde die Finalprüfung auf dem Programm stand. 20 Reiter hatten sich für diesen Großen Preis der Jugend qualifiziert, die besten acht Teilnehmer des Umlaufs durften in die Siegerrunde. Und da trumpfte Wolfgang Puschak vom RV Augsburg-West mit seiner Olivia de Nantuel groß auf. Er behielt die Nerven bis zum Schluss, legte eine tolle Runde hin und holte sich mit der neunjährigen Stute schließlich verdient die goldene Schleife. Knapp dahinter Nadja Schmittlein vom RC Küps, die mit Cais als schnellste Amazone über die Hindernisse fegte.

Zum Finale im NÜRNBERGER Burgpokal trafen sich in der Frankenhalle die besten bayerischen Nachwuchsreiter, um ihre Regionalsieger zu küren. Jeweils zwölf Kandidaten der Disziplinen Dressur und Springen drei aus jedem Regierungsbezirk – qualifizierten sich während der Saison für die begehrten Startplätze. Für die Jugendlichen ist es immer etwas ganz Besonderes, hier vor großem Publikum an den Start gehen zu dürfen, so Turnierleiterin Jacqueline Schmieder. Im Dressurviereck blieb der Finalsieg dann auch in Franken, hier setzte sich Maximilian Brummer vom RFV Großostheim mit Frühlingstraum in der L-Dressur, die als Finalwettbewerb ausgeschrieben war, an die Spitze.

Auch im Springfinale des NÜRNBERGER Burgpokals war eine Prüfung der Klasse L gefordert, hier mussten sich die Junioren im Sattel erst in einer Stilrunde bewähren, dann auf Zeit springen und zudem floss auch noch die Note des Richters am Abreiteplatz mit in die Wertung ein. Hohe Anforderungen also, mit denen Delia Mangelkramer von der RTG Bruckmühl am besten zurechtkam. Die Vielseitigkeitsreiterin hatte mit Finn ihr erfolgreiches Buschpferd gesattelt und kassierte am Ende die goldene Schleife.

Auch für den Nachwuchs im Einspänner-Fahren gab es ein Finale im NÜRNBERGER Burgpokal. Nach einem Dressur- und einem Hindernisfahren am Dienstag ging der Gesamtsieg an Christina Wagner aus dem Leitzachtal, die Attila angespannt hatte. Zwei Finalprüfungen im Bayern-Pony-Cup lockten die Reiter der wendigen Vierbeiner in die Frankenhalle. Im ersten L-Springen hatten Maxi Emilian und Dafina K die Nase vorn. Auf den Plätzen zwei und drei folgte Annika Roede aus Grafenrheinfeld mit ihren Ponys Pour Plaisir und Keep Smiling. Ein absoluter Triumph gelang dieser Reiterin dann im L-Springen, das eigentlich mit Stechen ausgeschrieben war. Die Amazone war die Einzige aller 22 Starter, die den Umlauf ohne Fehler bewältigte. Damit war ein Stechen überflüssig Annika Roede und Keep Smiling durften verdient die goldene Schleife mit nach Hause nehmen und konnten sich am Ende auch als Gesamtsieger im Bayern-Pony-Cup Springen feiern lassen. Für die Dressurfinalisten standen ebenfalls zwei L-Prüfungen auf dem Programm. Hier machte es Franziska Hönle von der RSG Eichenhof der Rechenstelle leicht: Zwei Siege verschafften ihr am Ende auch den Gesamtsieg im Bayern-Pony-Cup.

Nähere Informationen unter www.faszination-pferd.de Text: Martina Scheibenpflug



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