29.06.02 CHIO Aachen News

Schweizer Springreiter sorgen für die Überraschung: Sieg im Nationenpreis vor Deutschland und Belgien – Auf die Schweiz hatte im Vorfeld eigentlich keiner gewettet, bis auf Equipechef Martin Walther: “Ich habe gesagt, wir gewinnen”, war der Schweizer vor dem Mercedes-Benz-Preis – “Preis der Nationen” zuversichtlich gewesen. Und das, obwohl er nicht sein stärkstes Team der letzten Jahre ins Rennen schicken konnte und mit Pozitano noch das Erstpferd von Beat Mändli wegen einer kleinen Fleischwunde vorsichtshalber geschont wurde.
Doch Mändli/Gryfino; Paul Freimüller/Himmerdoor und Markus Fuchs/Tinka’s Boy zeigten in beiden Umläufen jeweils fehlerfrei Runden. Mit 8 bzw. 17 Punkten waren Dehlia Oeuvray und King Cavalier jeweils das Streichergebnis. So gewann die Schweiz makellos vor Deutschland, für das Marcus Ehning (Borken/4 und 0) auf For Pleasure, Sören von Roenne (Neuendeich (8 und 0), auf Charlottenhof’s Chandra, Otto Becker (Steinfeld/0 und 0) auf Dobel’s Cento und Ludger Beerbaum (Riesenbeck/0 und 0) auf Gladdys an den Start gingen und vier Punkte verbuchten. Mit acht Punkten kam Vorjahressieger Belgien auf Platz 3.

“Ich war sehr zufrieden, meine Jungs haben eine gute Leistung gezeigt”, konnte Bundestrainer Kurt Gravemeier mit Platz 2 gut leben. Ludger Beerbaum hätte eigentlich gar nicht mehr einreiten müssen, schließlich standen in Runde 2 schon null Punkte auf dem deutschen Konto. “Ich habe gehofft, mit einem fehlerfreien Ritt in einer schnellen Zeit Markus Fuchs unter Druck setzen zu können”, erläutert Beerbaum. Doch der Schweizer zeigte keine Nerven und schaukelte den Sieg nach Hause. Bei einem Abwurf seinerseits hätte die bessere Zeit der Deutschen zum Sieg gereicht.

Im Zeitspringen um den “Preis der Tuchfabrik Becker, Aachen” hatte der Niederländer Wout Jan van der Schans auf Broere Loreas in 53,76 Sekunden die “schnellsten Hosen an”. Rang 2 ging an die Italienerin Allessia Marioni auf Carroir des Ajoncs (54,86), die im “Preis der Nationen” anschließend Pech hatte. Sie stürzte nach dem Wassergraben und wurde vorsorglich wegen des Verdachts auf einen Schlüsselbeinbruch und Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht. Ansonsten ging der Sturz glimpflich aus. Dritter wurde der Belgier Marc van Dijck (55,37) auf Krisia.

Das Finale um den “Sparkassen-Youngsters-Cup” gewann die Schwedin Maria Gretzer auf dem achtjährigen Hengst Cesium mit dem schnellsten Ritt im Stechen (0/33,74) vor dem Briten Richard Davenport auf Golisco Louviere (33,86) und Lutz Gripshöver (Werne; 0/34,02) auf dem Polydor-Nachkommen Pfadfinder. Vortagssiegerin Helena Weinberg (Kohlscheid) landete mit Kasting Horses Gavi nach einem Abwurf im Normalparcours auf Platz 18.

In der Dressur gab es einen Aachener Sieg: Mit 1863 Punkten gewann Nadine Capellmann auf dem inzwischen 17-jährigen Gracioso den zur CDI-Tour gehörenden Grand Prix um den “Stawag-Preis”. Die EM-Dritte distanzierte den Team-Olympiasieger von 1996 Martin Schaudt (Albstadt) auf Loesdau’s Loriot mit 54 Punkten Vorsprung klar (1863 zu 1807). Rang 3 ging an die vierfache Olympiasiegerin Isabell Werth (Mellendorf) auf dem 16-jährigen Antony. Für ungewollte Unterhaltung sorgte die Aachenerin Alexandra Simons-de Ridder mit Calambo. Der zehnjährige Hengst buckelte beim Einreiten rum und lies sich durch das Lachen des Publikums noch weiter anstacheln, ehe er im Viereck wieder zu seiner gewohnten Arbeit zurückkehrte. So blieb für die Mannschafts-Olympiasiegerin am Ende nur Platz 14 mit 1613 Punkten.

Zwei Siege reichen, sagte sich wohl Weltcup-Sieger Michael Freund (Neu-Isenburg) und verwies den Amerikaner Tucker Johnson im Hindernisfahren nach Zeit diesmal auf Platz 2. Ohne einen Fehler bewältigte der Publikumsliebling den Parcours um den “Höveler-Preis” in 150,3 Sekunden. Johnson benötigte 9,99 Sekunden mehr und verbuchte zudem einen Fehler, so dass er 165,2 Sekunden ankam. Dritter wurde der Ungar Jozsef Bozsik in 166,8 Sekunden nach zwei Hindernisfehlern. Freund wurde im Rahmen der Siegerehrung zudem mit dem Top-Driver-Award der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI) ausgezeichnet.

Jozsef Bozsik (Ungarn) vor Ex-Weltmeister Werner Ulrich (Schweiz) lautete das Ergebnis im Hindernisfahren Jagd um Punkte um den “Preis der World Equestrian Games Jerez 2002”. Nur 0,8 Sekunden trennten das Spitzenduo, genau zehn Sekunden hinter Ulrich belegte Rainer Duen (Friesoythe) Platz 3.

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