News vom CHIO Aachen

Die deutschen Springreiter machen die Siege bei den wichtigen Springen des CHIO in Aachen unter sich aus. Nachdem Markus Beerbaum (Thedinghausen) den Preis von Europa gewonnen hatte, triumphierte einen Tag später Lars Nieberg (Homberg/Ohm) beim Nordrhein-Westfalen-Preis.
In der Dressur ist die Überlegeheit noch drückender. Das heimische Team stand schon vor Wettbewerbs-Ende als Sieger beim Nationenpreis fest. Nieberg bot im Stechen des mit 130000 Mark dotierten NRW-Preises eine taktische Meisterleistung. Er nahm mit seinem zehnjährigen Hengst Fighting Alpha eine Abkürzung im Stechparcours, für den sich vier Paare qualifiziert hatten, und hängte Markus Beerbaum mit Leena und Jan Tops (Niederlande) mit Grande Dame ab. Vor dem Zweiten hatte Nieberg fast drei Sekunden Vorsprung. Ich hatte den Vorteil, als letzter Reiter zu starten, und konnte schauen, was die anderen machen, sagte er Sieger zu seinem Schachzug, für den es als Lohn 23000 Mark gab.

Im zweiten Umlauf gescheitert waren unter anderem Otto Becker (Mühlen), Helena Weinberg (Herzogenrarth), Holger Wulschner (Passin) und Markus Merschformann (Münster). Bereits nach dem ersten Umlauf musste der Weltranglisten-Erste Ludger Beerbaum (Riesenbeck) zuschauen, dem ein Zeitfehler zum Verhängnis wurde.

Für den Nationenpreis am 15. Juni hat sich die deutsche Mannschaft mit den beeindruckenden Siegen in die Favoritenrolle geschoben. Bundestrainer Kurt Gravemeier hatte die Qual der Wahl und nominierte Markus Ehning, Ludger Beerbaum, Franke Sloothaak und Otto Becker. Eine Vorentscheidung für die Mannschaft, die bei der EM in drei Wochen in Arnheim beginnt, sei damit aber noch nicht gefallen, sagte Gravemeier.

Gesetzt ist neben Ludger Beerbaum auch Lars Nieberg, dessen EM- Pferd Esprit geschont werden soll. EM-Hoffnungen darf sich noch Sören von Rönne (Neudeich) machen. Nur Außenseiterchancen hat Markus Beerbaum, dessen ABC Charleston zuletzt ansteigende Form zeigte. Das Paar hatte am Mittwoch den Großen Preis von Europa gewonnen, ehe der jüngere der Beerbaum-Brüder am Donnerstag mit dem zweiten Platz ein weiteres Ausrufezeichen setzte.

Die zweitwichtigste Prüfung des 14 Juni gewann John Whitaker. Der Brite setzte sich bei einem mit 20000 Mark dotiertem Punktespringen mit Hunters Level durch. Auf den folgenden Plätzen landeten Willi Melliger (Schweiz) mit Scutt und Tim Stockdale (Großbritannien/Glennwood Springs).

In der Dressur bestätigten die deutschen Damen ihre Ausnahmestellung. Im Grand Prix lagen gleich fünf heimische Reiterinnen auf den ersten Plätzen, womit der Nationenpreis wie seit 1977 im Lande bleibt. In der Einzelwertung gewann Ulla Salzgeber (Bad Wörishofen) mit Rusty vor Alexandra Simons de Ridder (Aachen/Chacomo) und Isabell Werth (Rheinberg/Antony).

36000 Zuschauer besuchten am 14. Juni das wichtigste Reitturnier der Welt. Mit nunmehr 125000 Besucher steuert das CHIO auf einen neuen Rekord zu. Die Veranstalter erwarten bis zum 17. Juni 300 000 Zuschauer.

Unterdessen ist in Aachen bekannt geworden, dass mit dem Springreit-Team Ericsson um Teamkapitän Sloothaak die erste Sponsor-Mannschaft vom Internationalen Reitverband (FEI) eine Lizenz erhält. Damit ist der Weg frei für Wettbewerbe von Werksteams, wie sie in anderen Sporarten üblich sind. Zudem wurde mit dem World-Team eine weitere Mannschaft präsentiert. Dazu gehören Weltmeister Rodrigo Pessoa (Brasilien), Olympiasieger Jeroen Dubbeldam (Niederlande), Lars Nieberg und der Schweizer Willi Melliger.



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